Welt AIDS Tag: 1. Dezember


Der Welt-AIDS-Tag wird von UNAIDS organisiert und findet jedes Jahr am 1. Dezember statt. Verschiedene NGOs erinnern an diesem Tag an die Krankheit HIV/AIDS und rufen zu Solidarität mit HIV-positiven und AIDS-kranken Menschen auf.
Der Tag soll uns auch daran erinnern, dass HIV/AIDS noch immer eine weltweite Pandemie darstellt, an der jedes Jahr viele Menschen sterben.
In Österreich und der EU hat sich in den letzten 20 Jahren vieles zum Positiven entwickelt. Aufgrund des medizinischen Fortschritts und der HIV-Therapie stellt HIV bei uns eine Infektionskrankheit dar, mit der man dank medizinischer Unterstützung ein gutes Leben führen kann und eine durchschnittliche Lebenserwartung hat.
Zudem schützt die HIV-Therapie auch andere Menschen vor Infektionen, da sie bei den meisten HIV-positiven Betroffenen bewirkt, dass diese nicht mehr ansteckend für andere Menschen sind und das HI-Virus nicht mehr weitergeben kann. Die HIV-Therapie ist, wenn dies im individuellen Fall ärztlich bestätigt wird, SAFER SEX!Aus diesem Grund (und aus vielen anderen Gründen) ist es auch so wichtig, dass HIV-positive Menschen möglichst früh von ihrer Infektion erfahren, um möglichst bald die Therapie einnehmen zu können. 
Die AIDS-Hilfen Österreichs leisten hierzu einen wichtigen Beitrag, da bei ihnen kostenlos, anonym und niederschwellig Tests auf HIV (und Hepatitis) gemacht werden können.

Antidiskriminierung und Entstigmatisierung
Ein weiteres Engagement der AIDS-Hilfen Österreichs besteht in der Antidiskriminierungsarbeit. Werden HIV-positive Menschen diskriminiert, so kann dies gravierende Auswirkungen auf ihre seelische Befindlichkeit nach sich ziehen. Unter Umständen werden die psychischen Belastungen so groß, dass die betroffenen Menschen ihre HIV-Therapie gar nicht mehr oder nur unzureichend einnehmen. Bedauerlicherweise hat sich in Österreich nur der medizinische Fortschritt gravierend verbessert, der Umgang mit HIV in der Gesellschaft ist jedoch ähnlich stigmatisierend wie vor 20 Jahren. So berichten HIV-positive Menschen, dass sie in verschiedenen Bereichen (etwa bei medizinischen Untersuchungen oder im Arbeitsleben) schwere Diskriminierungen erfahren. Dies stellt ein Problem in der Früherkennung von HIV-Infektionen dar, weil befürchtete oder reale Diskriminierungen dazu führen, dass Menschen das Thema HIV nicht offen ansprechen, sich nicht testen lassen und die Therapie nicht in Anspruch nehmen.

Jürgen Czernohorszky, der Integrationsstadtrat der Stadt Wien, äußert sich hierzu:  „Die Diskriminierung bestimmter Personengruppen aufgrund der Assoziation mit HIV/AIDS hat verheerende Folgen und treibt die Epidemie voran statt sie zu stoppen. Gerade Menschen, die aufgrund verschiedener Faktoren besonders vulnerabel sind, sich mit HIV zu infizieren, benötigen unsere Solidarität und Unterstützung“
Um Menschen, die diskriminiert werden, zu unterstützen, bietet die AIDS-Hilfen anonyme Beratungsgespräche sowie psychologische, biopsychosoziale und juristische Unterstützung an. Zudem arbeitet sie mit anderen Menschenrechtsorganisationen und NGOs zusammen, die sich gegen Diskriminierung und Stigmatisierung einsetzen.